Verbraucher- und umweltorientierte Agrar- und Ernährungspolitik

Landwirtschaftsminister Funke stellt 8-Punkte-Programm vor.

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(bml)  - Die Menschen in unserem Lande haben genug zu essen. Durch BSE ist allerdings vielen bewusst geworden, dass häufig die Transparenz darüber fehlt- woher unsere Lebensmittel kommen,- woraus sie bestehen und- wie sicher sie sind.Sicherheit muss es vom Hof des Bauern bis zur Ladentheke geben. Verbraucherschutz und Umweltschutz gehören genau so zusammen wie Landwirte und Verbraucher in einem Boot sitzen. Das Funke-Programm ist für gläserne Produktion, bezieht alle gesellschaftlichen Gruppen ein und schafft Vertrauen in die Sicherheit und Qualität unserer Lebensmittel. Handlungsbedarf besteht in folgenden 8 Bereichen:1. Weitere BSE-Schutzmaßnahmen· Unbegrenztes EU-weites Verbot der Verfütterung von protein- und    fetthaltigen tierischen Erzeugnissen nach deutschem Standard. · EU-weite Einführung der offenen Deklaration von Futtermitteln und   Positivliste; in Deutschland kurzfristige Einführung als freiwillige   Maßnahme der Wirtschaft. · Branchenleitlinien zur Qualitätssicherung bei Rohstoffen · Installation von Inspektionsgruppen in den Bereichen Futtermittel,   Veterinär- und Lebensmittelkontrolle. Verschärfung der Sanktionen bei   Verstößen. · Anpassung der Düngemittelverordnung an die Vorschriften des   Tiermehlverbotsgesetzes vom 02.12.2000. 2. Verbraucherorientierte Agrar- und Ernährungspolitik: Transparenz   und Sicherheit vom Stall bis zur Ladentheke· Neuausrichtung des Absatzfondsgesetzes und Verwendung der Mittel für   die Einführung von Qualitäts- und Herkunftssicherungssystemen, die alle   Stufen der Lebensmittelkette (Futterlieferant-Landwirt-Verarbeiter-   Vermarkter) erfassen. · Ausbau der Verbraucheraufklärung und Stärkung der regionalen   Verbraucherzentralen. · Verbot antibiotischer Leistungsförderer in der Tiermast. 3. Stärkung der Lebensmittelsicherheits-Forschung· Ausbau des nationalen BSE-/Scrapie-Referenzlabors an der   Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere zu einem   "Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger" mit Standort   Insel Riems. · Einbindung der Lebensmittelsicherheits-Forschung in ein nationales   und europäisches Netzwerk. 4. Gemeinschaftsaufgabe nachhaltige ländliche Entwicklung· Die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur   und des Küstenschutzes" wird zur Gemeinschaftsaufgabe "Nachhaltige   ländliche Entwicklung" weiterentwickelt. · Die Maßnahmen der 2. Säule der EU-Agrarpolitik werden im Rahmen   integrierter ländlicher Entwicklungs- und Umweltprogramme weiter   ausgebaut. 5. Erarbeitung eines Landentwicklungsgesetzes· Das Grundstücksverkehrs- und Landpachtverkehrsgesetz werden   modernisiert und in einem Landentwicklungsgesetz zusammengefasst;   die Grundsätze informeller Planungen sollen im Sinne der Agenda 21   gesetzlich verankert werden. 6. Verabschiedung eines Ökolandbaugesetzes· einheitliche Überwachung der Ökobetriebe und Einführung scharfer   Sanktionsregelungen bei Verstößen. · Staatliches Kennzeichen für Ökoerzeugnisse, um die Transparenz und   Sicherheit zu verbessern. · Zentralisierung der Importermächtigungen für Drittlandsware, um   einheitliche Standards sicherzustellen. · Verstärkte Förderung des Anbaus und der Vermarktung ökologischer   Erzeugnisse als Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe "Nachhaltige   ländliche Entwicklung". 7. Umweltbezogene Förderung· Nachhaltige Stärkung des Vertragsnaturschutzes mit Vorrang vor   ordnungsrechtlichen Maßnahmen. · Einführung einer Grünlandprämie · Verstärkter Anbau von Eiweißfutterpflanzen zweck Verbesserung der  Eiweißversorgung aus heimischer Produktion. · Stärkung der flächengebundenen Tierhaltung im Sinne der   Kreislaufwirtschaft. · Überprüfung des landwirtschaftlichen Bewertungsgesetzes mit dem Ziel,   die Abgrenzung bäuerlicher und gewerblicher Tierhaltung anzupassen. 8. EU-Agrarpolitik/WTO· Verankerung hoher Standards des Umwelt-, Verbraucher- und   Tierschutzes im WTO-Vertragswerk für den Landwirtschaftsbereich. · Angleichung der Wettbewerbsbedingungen innerhalb der EU bei   Wahrung hoher Standards des Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutzes. · Überprüfung der EU-Agrarpolitik im Rahmen des für 2003 vorgesehenen   mid-term-review. · Verschärfung der Tiertransportbedingungen. bml, 5. Januar 2001