Die BSE-Untersuchung am lebenden Rind möglich machen (24.01.2001)


   Frankfurt am Main (ots) - Nach den Untersuchungen von Prof. Dr.

Ueli Braun, Zürich, kann durch die systematische klinischeUntersuchung auffälliger Rinder bereits auf den Höfen der Verdachtauf das klinische Auftreten der Bovinen Spongiformen Enzephalopathie(BSE) ausgesprochen werden.

      Krankheitsanzeichen, wie schleichender Gewichtsverlust und

Milchrückgang bei erhaltener Fresslust, lassen auf verschiedeneErkrankungsmöglichkeiten schließen. Durch die spezielle Untersuchungdieser Rinder auf Veränderungen des Verhaltens, der Empfindlichkeitund der Bewegungsabläufe können sich eindeutige Hinweise auf eine BSE- Erkrankung ergeben. Die wiederholten neurologischen Untersuchungender Rinder nach einem vorgegebenen Plan ergeben im Falle einer BSEjeweils die gleichen Befunde. Diese können von Tier zu Tier in derAusprägung und dem Vorkommen verschieden sein. Erst die Bewertungmehrerer verschiedener neurologischer Auffälligkeiten zusammen kannzu der Verdachtsdiagnose BSE führen. Dieser von Prof. Ueli Braunentwickelte BSE - Check hatte zur Folge, dass im Jahre 2000 kein anBSE erkranktes Rind in der Schweiz zur Schlachtung abgegeben wurde.Die BSE - kranken Tiere konnten bereits auf den Bauernhöfenfestgestellt werden.  

      Die an BSE erkrankten Rinder zeigen schon Monate vor dem

Niederbruch Anfangssymptome, die durch den BSE - Check erkannt werdenkönnen.   

   Dieser Check stellt damit einen brauchbaren BSE - Test am lebenden Tier dar.   

   Wird mit Hilfe des BSE - Checks ein Tier als BSE - verdächtig

erklärt, muss das Tier nach Anzeige, amtstierärztlicher Untersuchungund Bestätigung des BSE - Verdachtes getötet und labordiagnostischuntersucht werden. Die Tötung, der nach dem BSE - Check positivbefundene Tiere, bei denen die labordiagnostische Untersuchung keineBSE bestätigt, ist aus Gründen des vorbeugenden gesundheitlichenVerbraucherschutzes unbedingt gerechtfertigt.

  

   Der BSE - Check kann die zur endgültigen Diagnose führenden

labordiagnostischen Untersuchungen sinnvoll ergänzen.  

   Seit Wochen zögern viele Rinderhalter, Schlachttiere abzugeben,

von denen sie nicht wissen, ob sie BSE - frei sind. Sie wollen keine BSE - kranken Tiere verkaufen. Mit dem BSE - Check wird die BSE zudem, was sie eigentlich ist: eine Rinderkrankheit.

      Die Erkennung der BSE auf Erzeugerebene bringt zusätzlich einengewaltigen Vorteil: Das Risiko des Verbringens BSE - erkrankterRinder auf Schlachthöfe verringert sich dadurch deutlich. Bei einemBSE-Fall ist die Reinigung und Desinfektion der Schlachthöfe und dieEntscheidung der unschädlichen Beseitigung möglicher infizierterTierkörper äußerst kosten intensiv und problematisch.

      Aus diesen Gründen fordern der Bundesverband Praktischer Tierärzte

und der Bundesverband der beamteten Tierärzte, dass alle Rinder über24 Monate, die binnen einer Woche geschlachtet werden sollen, einemBSE - Check unterworfen werden. Diese nach dem zu änderndenTierseuchen- und Fleischhygienerecht angeordnete Untersuchung ist vondem vom Landwirt der zuständigen Behörde benannten Betreuungstierarztdurchzuführen und zu attestieren. Dieses Zertifikat, das keinen BSE -Verdacht nach dem durchgeführten BSE - Check bescheinigt, ist demamtlichen Tierarzt der Fleischhygieneuntersuchung bei allen Rindern

im Alter von mehr als 24 Monaten vorzulegen. 

  

Bundesverband Praktischer Tierärzte (BPT) e.V:

Ansprechpartner BPT e.V.:

Verbandspräsident Dr. Karlheinz Simon (T. 08272/2546 u.

0175/9338075),  Präsidumsmitglieder: Dr. Tobias Held

(T. 0171/9905677), Dr. Burkhard Wendland (T. 033766/62439), Dr. Katja

Lohmann-Müller (T. 05903/282),  sowie Prof. Dr. Rolf Mansfeld

(T. 089/21802618 u. 0172/5122251) und Herr TA Christoph Pahlitzsch

(T. 05468/925066)

Ansprechpartner BbT e.V.: Verbandspräsident VD Dr. Herbert Wohn

(T. 09571/18234 u. 0172/8655696).

www.haller24.de