Fleischwarenindustrie wehrt sich gegen Herstellerveröffentlichung
Bonn (vwd) - Der Bundesverband der deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF) hat Kritik an den Unternehmen seiner Branche in Zusammenhang mit mangelhafter Etikettierung von Wurstsorten zurückgewiesen. Den sieben Bundesländern, die angekündigt hatten, Namen von Herstellern entsprechender Produkte zu veröffentlichen, warf der Verband "ungezügelten Aktionismus" vor. Statt die Unternehmen vorschnell zu verurteilen, sollten zunächst einmal die Messverfahren, die angeblich Rindfleisch in den Produkten nachwiesen, verbessert und bundesweit vereinheitlicht werden, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Joachim Wiegner, in Bonn. Erst dann seien schwarze Schafe, die vorsätzlich durch falsche Etiketten die Verbraucher täuschten, auch auszumachen. Wiegner verwies darauf, dass auf Grund der BSE-Krise in den vergangenen Wochen bereits zahlreiche Unternehmen ihre Rezepturen umgestellt hätten und jetzt auf die Verarbeitung von Rindfleisch verzichteten. Wiegner warnte vor einer Veröffentlichung von Herstellern, die angeblich kein Rindfleisch in ihren Produkten auszeichneten. Hierfür fehle die rechtliche Grundlage. Zudem bedrohe ein solches Vorgehen 10.000 Stellen und damit jeden achten Arbeitsplatz in der Branche. Der BVDF vertritt nach eigenen Angaben über 200 Fleischwarenhersteller. Bei BSE-Stichproben in ganz Deutschland war in den vergangenen Wochen mehrmals Rindfleisch in Wurst- und Fleischwaren gefunden worden, die auf dem Etikett als rindfleischfrei ausgewiesen waren. Die Behörden vermuten zum Teil wissentliche Täuschung der Verbraucher. Deshalb sind insgesamt sieben Bundesländer überein gekommen, die Namen der Hersteller der falsch etikettierten Erzeugnisse öffentlich zu nennen.
vwd/30.1.2001/§ion/hei/mi