Deutschland beteiligt sich an EU-Aufkaufaktion von Rindern Berlin (vwd/AP) -


Deutschland wird sich an der EU-weiten Aufkaufaktion von Rindern zur Marktentlastung für die in Existenznot geratene Landwirtschaft beteiligen. Das Landwirtschaftsministerium betonte am Mittwoch in Berlin nach der Sitzung des Bundeskabinetts, dass es sich dabei auch um eine Verbraucherschutzmaßnahme vor BSE handle. Schätzungen zufolge sollen rund 400.000 Rinder getötet werden. Die Kosten für die Maßnahme wurden auf rund 362 Mio DEM beziffert. Der Bauernverband äußerte sich erleichtert über die Aufkaufaktion. Weiterhin sollen die noch vorhandenen umfangreichen Bestände von Tiermehl und -fetten vernichtet werden. Die Aufkaufaktion der Rinder sei notwendig, da die Schlachtzahlen dramatisch eingebrochen seien, begründete die Ministeriumssprecherin. In Deutschland waren die Schlachtzahlen von Rindern nach Ausbruch der BSE-Krise den Angaben zufolge um 50 Prozent zurückgegangen, im europäischen Durchschnitt um 27 Prozent. Gleichzeitig würden mit der Maßnahme die am meisten Risiko-behafteten, älteren Tiere vom Markt genommen, hieß es weiter. Die für die Aufkaufaktion vorgesehenen Rinder müssen älter als 30 Monate sein. Die Maßnahme der EU ist seit dem 2. Januar in Kraft und gilt bis Jahresmitte. Europaweit sollen den Angaben zufolge insgesamt zwei Millionen Rinder geschlachtet werden.

vwd/31.1.2001/ptr