Widersprüchliche Politik bei Eiweißpflanzen
Bonn (vwd) - Die agrarpolitischen Initiativen des Berufsstandes zur nachhaltigen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Eiweißpflanzen stoßen bei der Bundesregierung und der EU-Kommission auf Interesse, ohne dass diese konkrete Umsetzungsstrategien einleiten. Dieses stehe im Widerspruch zur geforderten Verbesserung des Verbraucherschutzes sowie einer gläsernen Produktion bei der Bewältigung der BSE-Krise, erklärte der UFOP-Vorsitzende, Dr. Klaus Kliem, zu den Reaktionen auf diesbezügliche Forderungen des Berufsstandes. Um langfristig die wirtschaftseigene Eiweißversorgung der Tierbestände zu verbessern, sind die Verfügbarkeit von leistungsfähigen Zuchtsorten bei Futtererbsen, Ackerbohnen und Lupinen in entsprechenden Saatgutmengen Voraussetzung. Für die Frühjahrsaussaat 2001 ist der Saatgutmarkt leergefegt. Es gehe jetzt aber um das Erntejahr 2002 und die längerfristige Entwicklung. Züchter und Vermehrer für Basis- und Z-Saatgut benötigen vor der diesjährigen Frühjahrsaussaat positive Signale dafür, dass sowohl der Markt, aber auch die agrarpolitischen Entscheidungsgremien bereit sind, die Wettbewerbsposition dieser heimischen Körnerleguminosen nachhaltig aufzuwerten. Nur Hinweise von Seiten der Politik auf die reichliche Versorgung des Sojabohnen- und Sojaschrotmarktes wirken hierbei kontraproduktiv, erklärte der UFOP-Vorsitzende, da dies für Züchter und Erzeuger von Körnerleguminosensaatgut keinen Anreiz bildet, die erforderlichen schnellen und nachhaltigen Investitionen zu tätigen. Deshalb fordere die UFOP schnellere und wirksamere Signale für die heimischen Körnerleguminosen, sowohl von Seiten der Futtermittelwirtschaft, als auch von der Politik. vwd/19.1.2001/12/mi