Verbrauertipps zu BSE Von Annegret Hölscher -
Es sind nur drei Buchstaben, die die deutsche Öffentlichkeit seit einigen Monaten in Atem halten: BSE.
Diese Abkürzung steht für Bovine Spongiforme Enzephalapathie,zu deutsch: schwammartige Hirnerkrankung bei Rindern. Dabei handelt es sich um eine schwerwiegend eneurologische Erkrankung. Diskutiert wird über die Übertragungsmöglichkeit der ähnlich verlaufenden Erkrankung bei Menschen. In den 20er Jahren beschrieben die Forscher Creutzfeld und Jacob einen solchen Krankheitsverlauf, daher auch der Name Creutzfeld-Jacob-Krankheit. Für die Übertragung wird das Prion (ein infektiöses Eiweiß) verantwortlich gemacht. Entscheidend ist aber auchdie Art und Weise,wie und in welcher Anzahl infektiöse Prionen in den Organismus gelangen. Nach heutigem Stand der Forschung ist eine Infektion des Menschen über Muskelfleisch vom Rind nicht möglich, selbst wenn das Tier an BSE erkrankt ist.
Als infektiöse Bestandteile das Rindes gelten Hirn, Augen, Rückenmark und Wirbelsäule. Diese werden bei der Schlachtung entfernt. Seit neuestem wird überlegt, vorsichtshalber diese auch beim Schwein zu beseitigen. Zur Diskussion steht weiterhin das so genannte Seperatorenfleisch. Dabei handelt es sich um maschinell zerkleinertes Restfleisch, unter anderem auch Wirbelknochen,
die bis 10 Prozent in bestimmten meist einfachen Brüh- und Kochwürsten zugesetzt werden durften. Seit dem 1. Oktober 2000 ist der Einsatz von Seperatorenfleisch verboten. Worauf man als Verbraucher sonst noch achten sollte:
Das schiere Muskelfleisch vom Kalb gilt als unbedenklich, ebenso zurzeit alle Bestandteile von Geflügel, Schwein, Wild und Fisch. Beim Schaffleisch wird die Scrapie (BSE ähnlich verlaufende Krankheit) diskutiert. Bei der Wurst sollten Sie die Zusammensetzung auf eventuelle Innereien vom Rind kontrollieren beziehungsweise erfragen. Milch- und Milchprodukte können nach dem bisherigen Wissensstand unbedenklich verzehrt werden, ebenso Gelatine, die zu 90 Prozent aus Schweineschwarte gewonnen wird. Bei Rindergelatine würden selbst potentiell vorhandene BSE-Erreger abgetötet. Fertiggerichte, Soßenpulver, Instantrinderkraftbrühe werden stark kontrolliert und gelten als unbedenklich. Auf das Auskochen von Röhren- und Wirbelknochen, sowie das Einsetzen von Markklößehen sollte lieber verzichtet werden, wenn die Herkunft nicht ganz klar ist. Für Babynahrung wird das Fleisch von stark kontrollierten, meist ökologischen Betrieben, verwendet. Man geht davon aus, dass diese sowie Medikamente und Kosmetika als unbedenklich gelten. Irn Zweifelsfallbeiinherstellernachfragen.
Fleisch gehört in Deutschland zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln. Es ist ein wertvolles Nahrungsmittel mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen. Aus ernährungsphysiologischer Sicht wird ohnehin empfohlen, weniger Fleisch zu essen.